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Reinigung von Ferienwohnungen als Nebenverdienst

So klappt die Reinigung von Ferienwohnungen: Aufgaben, Preise, Regeln und typische Risiken für deinen Nebenjob.

Reinigungskraft bereitet eine Ferienwohnung für neue Gäste vor

Ferienwohnungen zu reinigen kann ein solider lokaler Nebenverdienst sein, wenn du zuverlässig bist, zügig arbeitest und klare Absprachen magst. Es geht nicht nur um Putzen, sondern um pünktliche Übergaben, genaue Kontrolle und Kommunikation mit Vermietern oder Agenturen.

Was ist das?

Bei der Reinigung von Ferienwohnungen bereitest du eine Unterkunft nach der Abreise der Gäste für die nächsten Gäste vor. Dazu gehören meist Bad, Küche, Böden, Betten, Müll, Oberflächen, Spiegel, Staub, Nachfüllen von Verbrauchsmaterial und eine kurze Sichtkontrolle. Oft kommen Wäschewechsel, kleine Meldungen zu Schäden oder Fotos nach der Reinigung dazu.

Der Unterschied zur normalen Wohnungsreinigung ist der Zeitdruck. Viele Gäste reisen vormittags ab, neue Gäste kommen am Nachmittag. Du hast dann vielleicht nur zwei bis vier Stunden. Wenn etwas fehlt, schmutzig bleibt oder ein Schaden übersehen wird, merkt es der nächste Gast sofort. Für Vermieter kann das schlechte Bewertungen bedeuten. Darum zahlen manche besser als bei einfacher Haushaltsreinigung, erwarten aber auch mehr Verbindlichkeit.

Rechtlich gibt es zwei typische Wege. Du kannst angestellt auf Minijob-Basis arbeiten, dann meldet dich der Vermieter oder die Agentur bei der Minijob-Zentrale an. Oder du arbeitest selbstständig mit eigenem Gewerbe und stellst Rechnungen. Eine Reinigung von Ferienwohnungen ist in der Regel kein freier Beruf, sondern ein Gewerbe. Das Existenzgründungsportal des Bundes weist darauf hin, dass gewerbliche Tätigkeiten grundsätzlich beim Gewerbeamt anzumelden sind.

Wie funktioniert es?

Der Ablauf beginnt meist mit einem festen Objekt, einer Schlüsselregelung und einer Checkliste. Du bekommst Abreise- und Anreisezeiten, Informationen zur Wohnung und Vorgaben zur Endkontrolle. Wichtig sind feste Punkte: Welche Betten werden bezogen? Wo liegt Ersatzwäsche? Wer kauft Toilettenpapier, Seife und Spülmittel? Wohin kommt Fundsache? Wer wird bei Schäden angerufen?

2026 liegt die Minijob-Grenze bei 603 Euro im Monat. Grundlage ist der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Wenn du als Minijobber arbeitest, darf dein regelmäßiger Monatsverdienst diese Grenze nicht überschreiten. Die Minijob-Zentrale erklärt dazu die Melde- und Abgabenregeln. Für dich ist wichtig: Ein Minijob ist nicht einfach „bar auf die Hand“. Er muss angemeldet werden.

Bei selbstständiger Arbeit rechnest du pro Einsatz, pro Stunde oder pro Objekt ab. Häufig sind Pauschalen sinnvoll, zum Beispiel 35 bis 60 Euro für ein kleines Apartment oder 70 bis 120 Euro für eine größere Ferienwohnung. Das hängt stark von Lage, Größe, Wäsche, Ausstattung und Anfahrtszeit ab. Rechne nicht nur die Putzzeit, sondern auch Fahrt, Schlüssel, Wäsche, Kommunikation und Wartezeiten ein.

Wenn du selbstständig bist, musst du deine Einnahmen und Ausgaben dokumentieren. Du brauchst meist eine Gewerbeanmeldung, Rechnungen mit den notwendigen Angaben und eine Steuererklärung. Die Kleinunternehmerregelung kann bei geringen Umsätzen helfen: Seit 2025 gilt sie grundsätzlich, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Dann weist du keine Umsatzsteuer aus. Prüfe trotzdem, ob das zu deiner Situation passt.

In der Praxis

Ein Beispiel: Du reinigst zweimal pro Woche ein Apartment mit 45 Quadratmetern. Pro Reinigung bekommst du 45 Euro. Im Monat sind das bei acht Einsätzen 360 Euro. Wenn du je Einsatz 90 Minuten putzt und 30 Minuten für Fahrt, Schlüssel und Fotos brauchst, kommst du auf 16 Stunden im Monat. Das sind rechnerisch 22,50 Euro pro Stunde vor Fahrtkosten und Material. Klingt ordentlich, aber nur, wenn die Wohnung gut organisiert ist und du nicht ständig warten musst.

Bei einer größeren Ferienwohnung kann die Rechnung anders aussehen. Du bekommst 85 Euro pro Wechsel, brauchst aber drei Stunden Reinigung, 40 Minuten Fahrt und musst noch Wäsche abgeben. Dann sinkt dein echter Stundenlohn deutlich. Darum solltest du vor dem ersten festen Auftrag einen Probedurchlauf machen und die Zeit messen.

Eine typische Stolperfalle ist eine unklare Checkliste. Wenn der Vermieter nur sagt „bitte ordentlich machen“, gibt es später Streit über Details. Kläre schriftlich, ob Fenster, Backofen, Kühlschrank, Balkon, Babybett, Grill oder Haustierhaare enthalten sind. Lege auch fest, was passiert, wenn Gäste extrem schmutzig hinterlassen oder verspätet auschecken.

Eine zweite Warnung betrifft Haftung. Wenn du einen Schlüssel verlierst, etwas beschädigst oder ein Schaden übersehen wird, kann es teuer werden. Frage deshalb nach einer privaten Haftpflichtversicherung und prüfe bei Selbstständigkeit, ob sie berufliche Tätigkeiten abdeckt. Bei regelmäßigem Gewerbe kann eine Betriebshaftpflicht sinnvoll sein.

Hilfreich sind Fotos nach jedem Einsatz: Küche, Bad, Betten, Wohnbereich, Eingangsbereich und besondere Stellen. Das ist kein Misstrauen, sondern saubere Dokumentation. Auch eine kurze Nachricht wie „Wohnung fertig, keine Schäden gesehen, Toilettenpapier niedrig“ spart Rückfragen.

Fazit

Die Reinigung von Ferienwohnungen eignet sich, wenn du zuverlässig, gründlich und zeitlich flexibel bist. Der Nebenverdienst hängt weniger von großen Versprechen ab als von klaren Abläufen: Objekt ansehen, echte Zeit messen, Minijob oder Gewerbe sauber klären, Checkliste schriftlich vereinbaren und Kosten realistisch rechnen. Dein nächster Schritt: Suche ein konkretes Objekt in deiner Nähe und kalkuliere vor der Zusage einen Probeeinsatz mit Fahrtzeit, Wäsche und Material.

Quellen (2)
Sebastian Grundhöfer

Geschrieben von

Sebastian Grundhöfer

Nebenverdienst.de ist ein Ein-Personen-Projekt von Sebastian Grundhöfer. Beim Schreiben unterstützen ihn KI-Werkzeuge für Recherche und Erstentwurf; vor Veröffentlichung liest er jeden Artikel gegen und prüft die rechtlichen und steuerlichen Aussagen gegen die offiziellen Quellen.