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Laub entfernen im Herbst als Nebenverdienst

Laub entfernen ist ein saisonaler Nebenjob mit klaren Preisen. Du solltest Aufwand, Haftung und Steuern vorher sauber klären.

Person entfernt Herbstlaub von einem Gehweg

Laub entfernen ist kein großer Geschäftsaufbau, sondern ein bodenständiger Herbst-Nebenverdienst. Gerade ältere Menschen, viel beschäftigte Familien oder kleine Hausverwaltungen suchen oft Hilfe, wenn Gehwege, Einfahrten und Gärten regelmäßig frei bleiben müssen. Für dich ist der Job interessant, weil Umfang, Zeit und Preis gut vorher planbar sind.

Was ist das?

Beim Laub entfernen übernimmst du saisonale Garten- und Reinigungsarbeiten. Typisch sind Gehwege fegen, Einfahrten freiräumen, Laub aus Beeten holen, Laubsäcke befüllen oder Grünabfälle zur Sammelstelle bringen. Es geht meist um einfache körperliche Arbeit, aber nicht um Facharbeiten wie Baumfällung, Pflasterreparatur oder professionelle Gartenplanung.

Rechtlich kommt es darauf an, wie du arbeitest. Hilfst du einmalig Nachbarn gegen ein kleines Entgelt, ist das etwas anderes als regelmäßige Aufträge mit Werbung, festen Preisen und mehreren Kunden. Dann kann ein Nebengewerbe nötig sein. Wenn dich ein Haushalt offiziell beschäftigt, kann auch ein Minijob im Privathaushalt über die Minijob-Zentrale passen.

Finanziell solltest du nicht nur die reine Arbeitszeit sehen. Anfahrt, Geräte, Laubsäcke, Entsorgung, nasse Kleidung und Wartezeiten kosten ebenfalls Geld. Deshalb sind Pauschalpreise oft sinnvoller als ein sehr niedriger Stundenlohn. Trotzdem solltest du deine Kalkulation am gesetzlichen Mindestlohn messen. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums liegt er 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde.

Wie funktioniert es?

Am saubersten ist ein klarer Leistungsumfang. Du vereinbarst zum Beispiel: Gehweg und Einfahrt bis 60 Quadratmeter, Laub in Säcke füllen, keine Entsorgung, Preis 25 Euro. Oder: kleiner Garten bis 150 Quadratmeter, Laub zusammenrechen, zwei Stunden Arbeit, Preis 45 Euro. So wissen beide Seiten vorher, worum es geht.

Wenn du als Arbeitnehmer im Minijob arbeitest, gilt 2026 wegen des Mindestlohns eine monatliche Verdienstgrenze von rund 603 Euro. Der Arbeitgeber meldet dich an. Für private Haushalte gibt es dafür das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale. Das ist sauberer als Barzahlung ohne Meldung, besonders bei regelmäßiger Hilfe.

Arbeitest du selbstständig mit mehreren Kunden, Werbung und eigenen Preisen, brauchst du in der Regel eine Gewerbeanmeldung. Kleinunternehmerregelung kann möglich sein, wenn dein Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Dann weist du keine Umsatzsteuer aus. Einkommensteuer kann trotzdem anfallen. Der Grundfreibetrag 2026 liegt bei 12.348 Euro; entscheidend ist dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen, nicht nur der Laub-Job.

Wichtig ist auch Versicherung. Wenn du auf einem nassen Weg ausrutschst oder fremdes Eigentum beschädigst, kann es teuer werden. Prüfe, ob deine private Haftpflicht solche Nebentätigkeiten abdeckt. Bei gewerblicher Tätigkeit brauchst du eventuell eine passende Betriebshaftpflicht.

In der Praxis

Ein realistisches Beispiel: Du hilfst im Oktober und November an vier Samstagen je drei Stunden in deiner Nachbarschaft. Du nimmst 20 Euro pro Stunde oder Pauschalen, die ungefähr darauf hinauslaufen. Das ergibt 240 Euro im Monat. Bei gelegentlichen Aufträgen ist das überschaubar. Bei mehreren festen Kunden kommst du aber schnell in einen Bereich, in dem Anmeldung und steuerliche Einordnung wichtig werden.

Pauschalen helfen dir, Diskussionen zu vermeiden. Für einen kurzen Gehweg kannst du etwa 15 bis 25 Euro ansetzen. Für einen kleinen Garten sind 35 bis 60 Euro realistischer, je nach Laubmenge, Nässe und Entsorgung. Wenn du Laub wegbringst, solltest du Fahrt und Gebühren extra berechnen oder in die Pauschale einpreisen.

Eine typische Stolperfalle ist ein zu offenes Angebot. „Ich mache den Garten fertig“ klingt nett, führt aber zu Streit, wenn plötzlich Hecke, Dachrinne oder Kellerabgang dazukommen. Schreibe lieber kurz per Nachricht: „Laub auf Gehweg und Einfahrt entfernen, in vorhandene Säcke füllen, keine Entsorgung, 30 Euro.“ Das wirkt nüchtern, schützt dich aber.

Achte auch auf Sicherheit. Nasses Laub ist rutschig, Dunkelheit erhöht das Risiko, und Laubbläser können Ärger mit Nachbarn auslösen. Viele Kommunen haben Ruhezeiten oder Regeln für Geräte. Rechen und Besen sind oft leiser, günstiger und für kleine Flächen ausreichend.

Fazit

Laub entfernen im Herbst ist ein ehrlicher lokaler Nebenverdienst, wenn du körperliche Arbeit nicht scheust und klare Absprachen triffst. Rechne deinen Preis so, dass Zeit, Anfahrt, Material und Risiko enthalten sind, und kläre früh, ob Minijob, gelegentliche Nachbarschaftshilfe oder Nebengewerbe zu deiner Situation passt. Dein nächster sinnvoller Schritt ist eine kleine Preisliste mit drei festen Leistungen und der Check, ob deine Haftpflicht solche Arbeiten abdeckt.

Quellen (3)
Sebastian Grundhöfer

Geschrieben von

Sebastian Grundhöfer

Nebenverdienst.de ist ein Ein-Personen-Projekt von Sebastian Grundhöfer. Er schreibt die Texte selbst und prüft die rechtlichen und steuerlichen Aussagen vor Veröffentlichung gegen die offiziellen Quellen.